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Die Oper Garnier von Paris

Am 26. Dezember 1860 wird ein Wettbewerb ausgeschrieben und schließlich das Projekt von Charles Garnier, einer von 171 Kandidaten, einstimmig angenommen. Garnier hält an einer äußeren Gestaltung fest an der die innere Funktionen klar ablesbar sind und greift die traditionelle Guckkastenbühne wieder auf, die er mit einem grandiosen Rahmen umgibt, Schauplatz von Lust und Luxus für die Festlichkeiten des kaiserlichen Hofes und des triumphierenden Volkes. Die Bauarbeiten, 1861 begonnen, dauern 14 Jahre, 1870 vom Krieg und dann von der Kommune unterbrochen. Der Brand der alten Oper, rue Le Peletier erfordert aber die rasche Beendigung der Bauarbeiten, und so wird die Oper unter der Dritten Republik am 5 Januar 1875 von dem Marschall Mac – Mahon eingeweiht.

Am Gala-Abend, der mit Rossinis "Wilhelm-Tell"-Ouvertüre begann, nahmen der Junge spanische König Alfons XII. und der Londoner Bürgermeister mit einer Garde von „Beafeaters“ teil Der Grundstein war schon dreizehn Jahre vorher gelegt worden. Der Siebzigerkrieg hatte den Bau unterbrochen; der Rohbau hatte, als Lebensmittel- und Materialdepot gedient. Das Haus hat 2600 Plätze und besitzt die größte Opernbühne der Welt mit 30,6 Meter Breite und 34 Meter Tiefe. Heute ist die größte Attraktion (seit 1964) die von Marc Chagall mit hellen, zarten Farben gemalte Decke - seltsamer moderner Kontrast in dem Gründerzeitprunk.

Seit 1881 haben mehrere Restaurationen und Modernisationen stattgefunden, die das Palais Garnier auf dem Rang der weltweit bedeutendsten Bühnen erhalten haben.

Die Geschichte des pompösen, mit viel Marmor und Onyx Spiegeln, Säulen, Stuck und Statuen überladenen Hauses ist eine Geschichte von Gala-Abenden. Staatsgäste wurden mit Vorliebe dorthin geführt, noch von General de Gaulle. Es ist die Geschichte großer Erfolge, vor allem auch des Balletts, und die Geschichte der Skandale. Den letzten großen Skandal gab es im Jahr des 100-jährigen Bestehens 1975  als die Sopranistin Régine Crespin kündigte, weil sie. ständig von Feinden ausgepfiffen wurde. In den letzten Jahrzehnten hatte sich ein solcher organisatorischer Schlendrian breitgemacht, hatten die Gewerkschaften so feindliche Forderungen durchgesetzt, daß ein ernsthafter und für internationale Künstler attraktiver Opernbetrieb nicht möglich war. Immer häufiger war wegen Streiks des Personals geschlossen. Da rief Präsident Pompidou den erfolgreichen Hamburger Intendant Rolf Liebermann herbei und gab ihm Vollmachten, wie sie seit langem kein Operintendant in Paris mehr hatte. Mit Zähigkeit und Verhandlungsgeschick setzte sich der gebürtige Schweizer gegen das Misstrauen des Personals durch. Vorbei war es mit dem seltsamen Brauch, dass die Musiker sich in den Proben von Schülern vertreten lassen konnten. 

Schon bei der festlichen Wiedereröffnung der Oper gab es Unkenrufe der Kritiker, Liebermann werde dieses Niveau nicht durchhalten können. Er konnte. Der Erfolg werde ihm nicht treu bleiben. Er blieb. Heute ist es schwer, für die Vorstellungen der Pariser Oper Karten zu bekommen. Man sieht bis heute noch ein Repertoire mit Besetzungen von höchster Qualität.

Quelle: Opera Garnier Paris

Karten: Hier können Sie versuchen Karten über unsere Online-Datenbank zu erhalten. Nicht immer sind jedoch Karten für dieses berühmte Opernhaus dabei.

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