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Metropolitan Opera New York MET

Kurz und bündig:

Eröffnung: 22.Oktober 1883 Architekt: Josiah Cleaveland Cady Kompagnon: Louis de Copet Bergh


Logen: 122 Sitze: 732 gesamte Sitzplatz Anzahl: 3045
Bühne: 15m x 15m Bühnenöffnung: 28m x 30m x 26m
Gebäude: mit Ziegelsteinen ausgefüllte Stahlkonstruktion ( auf Verwendung von Holz wurde verzichtet wegen der zu hohen Feuergefahr).
Die Bühne besaß eine spezielle Feuerschutzeinrichtung sowie einen nicht brennbaren Asbestvorhang;
zwar hatte man noch eine Gasbeleuchtung, aber die Installation für elektrisches Licht war schon vorsorglich eingebaut worden.
Mängel : fehlende Probenräume sowie Dekorations- und Kostümräume Fassade: Anlehnung an ital. Frührenaissance

Karten: Hier können Sie versuchen Karten über unsere Online-Datenbank zu erhalten. Nicht immer sind jedoch Karten für dieses berühmte Opernhaus dabei.

Und so wird es gemacht: Wenn Sie auf den unteren Kartenlink geklickt haben, dann erscheint in diesem Fenster eine Datenbank. Hier können Sie dann ganz rechts die Kategorien Opern/Ballett bzw. Klassik wählen. Wenn Sie bei Opern/Ballett nichts finden auch bei Klassik probieren. Wie gesagt: Es ist etwas Glücksache dabei.

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Entstehungsgeschichte der MET:

Die New Yorker Gesellschaft war in zwei Gruppen geteilt, auf der einen Seite gab es die Knickerbokker-Gesellschaft, die ihren Wohlstand im Unabhängigkeitskrieg begründet hatte, und auf der anderen Seite gab es die Parvenues, die erst im Bürgerkrieg zu Vermögen gelangten.
Um die Jahrhundertwende verschärfte sich der Kampf um die gesellschaftliche Vormachtstellung, die bis dahin die Knickerbocker inne hatten, und in der Mrs. Astor als unumstrittene Herrscherin der High Society galt. Den Höhepunkt und die Entscheidung dieses Kampfes gab es im Jahr 1883 als Mrs. Vanderbilt einen Ball in ihrem Palais ankündigte, der als das gesellschaftliche Ereignis des Jahres gehandelt wurde. Mrs. Astor wurde nicht eingeladen, da Mrs. Vanderbilt, auf Grund der strikten Etiquette, die Neureiche von der alteingesessenen Society fernhielt, noch nie Mrs. Astor vorgestellt wurde. Mrs. Astor erkannte die Gefahr, die ihre Stellung gefährdete, und erstattete Mrs. Vanderbilt sofort einen Besuch, um die ersehnte Einladung dann schließlich doch noch zu erhalten.
Die Parvenues galten von jenen Zeitpunkt an als vollwertige Mitglieder und Mrs. Astor hatte ihre Herrscherinrolle behalten können. Den Parvenues wurde angeboten, zusätzliche Logen in die Academy of Music einzubauen, doch dieser Vorschlag wurde nicht angenommen, denn man wollte gleichwertige, repräsentative Logen und keine zusätzlichen.
So fanden sich Anfang 1880 60 reiche und einflußreichen Herren, die 600.000$ für den Bau eines neuen und größeren Opernhauses spendeten. Die Metropolitan Opera House Company Ltd. wurde gegründet und schließlich fand man einen geeigneten Platz - einen Häuserblock 7th Avenue,Broadway, 39. und 40. Straße - an dem die MET erbaut werden sollte.
Die Außenansicht des Hauses wurde von den New Yorkern belächelt und als " Yellow Brick Brewery " bezeichnet (gelbe Backstein-Brauerei).
Die Eröffnung am 22.10.1883 würde zum gesellschaftlichen Großereignis manifestiert und diente zum Repräsentationszweck der neuen herrschenden Klasse. Durch den Vermerk der Namen der Besucher im Programmheft wurde gezeigt, wie wichtig es war, bei diesem Ereignis anwesend zu sein. Die Aufführung selbst war unwichtig, eine wichtigere Rolle spielten die Roben der Damen an diesem Abend, aber gespielt wurde Gounods Faust.
Nach Vollendung des Baues, vertraute der Vorstand die Leitung des Unternehmens dem Theaterunternehmner und Manager E. Abbey an. Zum Berater bekam er den als Direktor von Operettenaufführungen bekannten Maurice Grau. Grau war gebürtig aus Brünn, und emigrierte bereits als Kind nach Amerika.
Als Attraktion, um nur die besten und schönsten Stimmen in die MET zu bekommen, kamen hohe Honorare in Frage und Abbey setzte diese bei einigen Vorstellungen auf die für die damalige Zeit gigantische Summe von 1000$ pro Vorstellung. Die enormen Ausgaben Abbey's führten dann auch zu einem Defizit in der Kasse. Mapleson, der Leiter der Academy of Music hielt sein Defizit, Dank der größeren Erfahrung in Grenzen. Für Abbey war es etwas völlig neues mit Verlusten zu arbeiten, ebenfalls durfte er sich keine noch höheren Ausgaben leisten, da es die MET -Aktionäre nicht länger hinnahmen. immer mehr und mehr Geld für die Oper auszugeben. Seine Kalkulation, mit Gastspielen die Verluste geringer zu halten, ging nicht auf, da auf Grund der enormen Größe des Ensembles die Ausgaben höher als die Einnahmen waren. Die Voraussage, daß sich selbst in einer so großen Stadt wie New York keine zwei Opernhäuser halten könnten, hätte sich beinahe erfüllt, gesetzt den Fall , es hätte sich nur um die Musik gehandelt.
Aber die gesellschaftlichen Motive spielten eine viel bedeutender Rolle. Die neue Oberschicht (die Gesellschaft um die Vanderbilts, Morgans, Rockefellers und Ogden Mills) brauchten ihr Monument, mit welchen sie sowohl nach Innen als auch nach Außen ihre Macht demonstrieren konnten. So war dann auch von Beginn der finanziellen Schwierigkeiten klar, daß die Metropolitan Opera nicht geschlossen würde.
Der Opernkrieg zwischen der Academy of Music und der Metropolitan Opera ging eigentlich unentschieden aus, obwohl Abby die MET nahe an den Untergang geführt hatte, aber auch die Academy konnte keine besonderen Gewinne verzeichnen. Um an der MET etwas zu verändern, besann man sich darauf, deutsche Opern aufzuführen, zumal man zuvor immer nur die traditionelle ital. Oper inszenierte, und diese natürlich in italienischer Sprache.
Im Rennen um die Übernahme der Leitung gewann Leopold Damrosch gegen Theodore Thomas. Die Berufung Damrosch's geschah eher zufällig, Hilborn Roosevelt war Präsident der New Yorker Symphony Society, deren Gründer und Dirigent Leopold Damrosch war. Der Neffe Roosevelts war seinerseits der Präsident der MET und so kam es, daß Damrosch eine Spielzeit lang deutsche Opern an der MET inszenieren sollte.
Obwohl Damrosch keinerlei Managererfahrung hatte, schaffte er es, in so kurzer Zeit ein Ensemble zusammenzustellen und einen Spielplan zu konzipieren. Es erscheint fast wie ein kleines Wunder, aber es war keines. Damrosch verstärkte das Ensemble durch sein eigenes Orchester und seinen eigenen Chor, der Oratorio Society.
Nachdem im August des Jahres 1884 der Vertrag unterschrieben wurde, eröffnete bereits im November die Spielzeit. Dem Ensmble mit zum größten Teil aus Deutschland stammenden Künstlern  gehörten u.a. an : Auguste Kraus, Anna Slach, Marie Schröder-Hanfstängl, Adolf Robinson und der Tenor Anton Schott. Der einzige Star im Ensemble war Amalia Materna, die eine für die Gegner des Starkults unerhörte Gage in Höhe von 1000$ erhielt.
Leopold Damrosch eröffnete die Spielzeit am 17. November 1884 mit dem "Tannhäuser". Einem Bericht der New York Times zufolge sei die MET mit weit mehr als 3045 Zuschauern überfüllt gewesen.
Ebenfalls hatte sich das Publikum verändert, nicht mehr nur die obere Gesellschaftsschicht war vertreten, die lediglich nur noch die Logen belegten, sondern auch deutsche Emigranten, die nach Schätzungen der Times etwa 75% ausmachten.
Die für konventionelle Oper eingestimmte ital. Kolonie blieb aus, da sie die pompös arrangierten Belcanto-Opern Rossinis, Bellinis und Donizettis , den eher schlichten und wahrhaftigeren deutschen Opern nicht vorziehen konnten.
Leopold Damrosch erwies sich als begnadeter Arbeiter. In weniger als drei Monaten studierte er zehn Opern ein und dirigierte bis zum 9. Februar 1885 alle Vorstellungen und das bei einer Gage von nur 10000$ per anno. Pro Woche gab es vier Vorstellungen und an den unvermeidlich drei freien Tagen wurde intensiv geprobt. Leopold Damrosch war mit Leib und Seele bei seiner Arbeit. Dies sollte ihm dann auch zum Verhängnis werden. Während er eine Aufführung dirigierte, zog er sich eine Lungenentzündung zu und wurde so krank, daß er seine Arbeit nicht mehr verrichten konnte.
Sein Sohn Walter Damrosch übernahm für seinen Vater die Leitung an der MET. Als dann die Spielzeit zu Ende ging, wurde dem ehemaligen Sekretär Edmond C. Stanton die Leitung der Company übertragen und als Assistenten bekam er Walter Damrosch zur Seite. 

Quelle: MET und Internet


Im Schatten des ersten Weltkrieges (1915 - 1921):

Zu Beginn der neuen Spielzeit 1915/16 stießen trotz der unsicheren Verhältnisse in Europa mehrere Künstler aus dem Alten Kontinent neu zum Ensemble der MET.
Der Dirigent Artur Bodansky aus Wien, der als ein äußerst publikumsfreundlicher Wagnerspezialist galt.
Aus Spanien kam Maria Barrientos, eine versierte Koloratursopranistin, die aber zu ihrem Nachteil mit anderen Sopranistinnen verglichen wurde.
Aus Italien gesellte sich Bariton Giuseppe de Luca zum MET-Ensemble, dem er 25 Jahre lang treu bleiben sollte.
Zwei Neuheiten machten Schlagzeilen. Alexander Borodins "Fürst Igor" ( in italienischer Sprache). Die andere Neuheit hatte ein tragisches Nachspiel. Der spanische Komponist Enrique Granados hatte einige seiner Klavierstücke benutzt, um daraus eine Oper zu machen. Titel: "Goyescas". Die Uraufführung sollte ursprünglich in Paris stattfinden, wurde aber wegen des Kriegsausbruch abgesagt. Diesen Umstand nutzte Gatti-Casazza, indem er sich die Rechte an der Oper sicherte und diese am 28. Januar 1916 aufführte.
Zum erstenmal spielte man eine Oper in spanischer Sprache. Der eigens zur Uraufführung angereiste Komponist konnte mit dem Erfolg zufrieden sein, und es sollte auch sein letzter sein, denn auf der Rückreise wurde sein Schiff von einem deutschen U-Boot torpediert und sank. Es gab keine Überlebenden.
Die Spielzeit wurde von 25 auf 20 Spielwochen verkürzt, und eine Stagnation stellte sich ein. Um dieser entgegen zu wirken, gab es eine wichtige Neuerung. Man begann Opern, die schon lange im Repertoire waren, aufzufrischen, indem sie neu einstudiert wurden. Diese Neuerung trug dazu bei, daß das Niveau angehoben wurde.
Im November gab es wieder einmal Konkurrenz für die Metropoltian Opera, als nämlich die Boston National Opera Company im Lexington Theater unter Roberto Moranzoni eine Aufführungsserie mit Umberto Giordanos "Andrea Chenier", Italo Montemezzis "L'amore dei tre re" und "Iris" von Mascagni gab und so hochkarätige Sänger zu Verfügung hatte wie Giovanni Zenatello, Riccardo Martin und George Baklanoff.
Dann kam der 6. April 1917 mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den ersten Weltkrieg. Als deutsche U-Boote 1915 das britische Passagierschiff Lusitania versenkt hatten und weit über hundert Menschen ertrunken waren, hatte eine anit-deutsche Welle Amerika erfaßt. Für Präsident Wilson gab es nur eine Möglichkeit sich aus dem Krieg herauszuhalten: ihn zu beenden. Aber alle seine Bemühungen in diese Richtung scheiterten. Als Anfang 1917 innerhalb von wenigen Wochen acht amerikanische Kriegsschiffe von der deutschen Kriegsmarine versenkt wurden, erklärte Washington dem Deutschen Kaiserreich den Krieg.
Für die deutschen Mitglieder des MET-Ensembles bedeutete das einen Einschnitt. Als persona non grata mußten viele Sänger das Land verlassen. Ironischerweise spielte die MET am 6. April 1917 "Parsifal". Die bis Ende der Saison vorgesehenen Aufführungen der "Meistersinger" und des "Tristan" fanden planmäßig statt.
Innenpolitisch wurde von den amerikanischen Eisenbahnern ein großer Sieg errungen: der 8-Stunden Arbeitstag. Die Spielzeit 1917/18 begann unter Kriegsbedingungen mit "Aida". Opern in deutscher Sprache wurden nicht mehr gegeben.
Eine ausgesprochene glückliche Hand bewies Gatti-Casazza, als er den aus Wien stammenden Bühnenbildner Joseph Urban verpflichtete. Urban lebte bereits seit 1912 in Amerika und hatte u. a. an der Oper in Boston gewirkt. Seine erste Arbeit an der MET war ein Bühnenbild zur Neuinszenierung für Gounods "Faust". Seine Bühnenbilder wurden als genial angesehen und sie wurden noch 1951, 34 Jahre nach der Entstehung, benutzt. Er bediente sich der technischen Möglichkeiten mit Lichteffekten die Bühne plastischer zu gestalten, alles wirkte dreidimensional und der Künstler konnte nun in einem Dreidimensionalem Raum agieren.
Mit Richard Ordynski , aus Polen stammend und seine Karriere in Deutschland machend, wurde zum erstenmal ein Regisseur engagiert.
Mitte Februar stellten alle Theater am Broadway ihren Betrieb ein, um Energie zu sparen. Die MET schloß sich diesem Schritt an, was allerdings nicht schwer fiel, da die Saison zu diesem Zeitpunkt sowieso schon beendet war. Die Eröffnung der Spielzeit 1918/19 fiel auf den         11. November, auf den Tag also, an dem der Erste Weltkrieg mit Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens beendet wurde. Die Oper war "Samson et Dalila" von Camille Saint-Saëns. Das Theater wurde mit Flaggen der Siegermächte geschmückt, und in den Pausen erklangen deren Hymnen.
Wenige Tage später gab es eins der spektakulärsten Debüts in Amerikas Operngeschichte. In Verdis "La forza del destino" stand neben Caruso und de Luca eine absolute Anfängerin als Leonora auf der Bühne, die zu einer der Größten aller Zeiten aufsteigen sollte
-Rosa Ponselle.
Ebenso wie Webers Oberon nahm man jetzt auch wieder Wagner in englischer Übersetzung ins Programm. "Parsifal" wurde in der Übertragung des Musikkritikers Henry E. Krehbiel gegeben. Die Besetzung war ohne einen einzigen deutschen Sänger. Mit sechs Aufführungen gab es an der MET - nach 1904/04 mit acht Aufführungen - öfter Parsifal als je zuvor innerhalb einer Spielzeit. "Tristan" und "Lohengrin" wurden ebenfalls auch wieder aufgenommen, aber auch nur in englischer Übersetzung.


Aufschwung und Krise:

Eine traurige Bilanz wies das Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten auf, zählte man doch gegen Ende des Jahres 1921 fast 6 Millionen Arbeitslose. Der Kriminalität wurden zwei Jahre später durch die Prohibition Tür und Tor geöffnet. Da Produktion und Verkauf von alkoholischen Getränken verboten wurden, blühte das Geschäft damit im Dunklen um so mehr. Das Gangsterwesen nahm hier seinen Anfang.
Im November 1926 erfolgte ein lange angekündigtes Ereignis: die amerikanische Erstaufführung von Puccinis "Turandot". In der ´Sun` war von einem "fast sensationellen Erfolg" zu lesen. Der Dirigent war Tullio Serafin, und Joseph Urban hatte die Bühnenbilder entworfen. Die Besetzung war optimal. Maria Jeritza stellte ihre "erstaunliche Üppigkeit der Tongebung" in den Dienst ihrer Rolle, wie ihr Henderson attestierte, und Giacomo Lauri-Volpi bewies in der Tenorpartie endgültig, daß er zu den Größten seiner Zunft zählte.
Die neue Wirtschaftliche Blüte machte es Spekulanten möglich, Phantasiepreise für Eintrittspreise zu verlangen und auch zu erhalten. Die Eröffnungsvorstellung der Spielzeit 1927/28 mit "Turandot" wurde zu einem der glanzvollsten gesellschaftlichen Ereignisse in der Geschichte der Metropolitan Opera. Aber auch die anderen Vorstellungen waren gut bis sehr gut besucht. Zum Ensemble der MET zählten nun die berühmtesten Sänger aus aller Welt. Allerdings war bei den Damen das Wagnerfach noch unterbesetzt.
Die Spielzeit 1928/29 begann man mit einer glanzvollen Aufführung von Puccinis "Manon Lescaut"  unter Serafin. Jedermann war zufrieden und keiner ahnte, daß es für lange Zeit der letzte unbeschwerte Abend sein sollte. Der nächste Morgen nämlich brachte die verhängnisvolle Nachricht vom Börsenkrach der Wall Street , bei dem innerhalb weniger Tage alle Aktien über 15 Milliarden Dollar an Wert verloren. Amerika war über Nacht arm geworden. Fabriken schlossen ihre Tore, und Millionen von Menschen wurden arbeitslos.
Die Eintrittspreise für die laufende Spielzeit wurden allerdings nicht gesenkt, schließlich hatte man das Geld der Abonnenten bereits in der Kasse. Anfang der 30er Jahre gab es eigentlich nur noch einen Ort, an dem die High Society sich in Glanz und Gloria präsentieren konnte-die Metropolitan Opera. Es gab mehrere Logen, die frei geworden waren, aber nicht besetzt wurden, obwohl es Aspiranten en masse gab, die gerne mehr als 150 000 $ dafür gezahlt hätten. Die Aktionäre aber wollten unter sich bleiben. So kamen nur wenige in die
engere Wahl.
Ende 1932 war man gezwungen, die Spielzeit auf vier Monate zu verkürzen und die Eintrittspreise zu senken. Das war nötig, weil man die Anerkennung als Bildungsinstitut erlangt hatte und deswegen weitgehende Steuerfreiheit genoß. Geplant war, das Theater tatsächlich zu einer Bildungsstätte zu machen, indem man öffentliche Proben veranstalten wollte und zusätzlich zur normalen Spielzeit auch noch eine sechsmonatige Spieloper (Nach Möglichkeit in englischer Sprache) veranstalten wollte, was dann aber doch nicht verwirklicht wurde. Zu diesem Zweck sollte die MET Zuwendung von der Julliard-Stiftung erhalten, daraus wurde aber ebenfalls nichts.
Angesichts eines Defizits in Höhe von fast einer Million Dollar zu Ende der Spielzeit 1933/34 zog der Aufsichtsrat der MET ernsthaft eine Schließung des Opernhauses in Erwägung, diese scheiterte aber am Widerstand der Opernliebhaber. Außerdem initierte man eine Rundfunk-Kampagne zur Rettung zur MET. "Rettet die Metropolitan " wurde zu einem Schlagwort in Amerika.
Am 19. März 1935 gaben die Mitglieder des Hauses zu Ehren des scheidenden General Managers Gatti-Casazza ein Konzert mit Ausschnitten aus Noram, Manon, Lucia di Lammermoor, pagliacci, Walküre und Otello. Verdis Meisteroper hatte man seit 1913 nicht mehr gehört. Wenige Tage später hielt Gatti-Casazza im Rundfunk eine kurze Abschiedsrede in einem kaum verständlichen Englisch, und das nach über einem Vierteljahrhundert Aufenthaltes in New York. Gatti-Casazzas 27 jähriges Regime hat das Theater verändert. Er hat Maßstäbe gesetzt, indem er immer wieder nach neuen Opern Ausschau hielt, und amerikanische Komponisten dazu animierte,  fürs Theater zu schreiben. Gatti-Casazzas Maxime war die Verdis: "Das Theater ist dazu da, voll zu sein." Ebenfalls baute Gatti-Casazza den internationalen Status der Metropolitan Opera aus. Daß er mit einem Defizit endete war nicht ihm anzulasten.
Dennoch gab es Aktionäre, die die Meinung vertraten: ein Geschäft ,das keine Gewinne bringt, sei schlecht geführt. Schlecht geführt schien so manchem Politiker auch der Staat, der sich wenig oder besser gar nicht um die sozialen Belange seiner Bürger kümmerte. Nach heftigen Debatten unterzeichnete Präsident Franklin D. Roosevelt den Social Security Act, mit dem endlich ein , wenn auch bescheidenes, Altersversorgungssystem installiert wurde.
Roosevelt, der im März 1933 ins Amt gewählt worden war, leitete mit seiner Politik des New Deal eine positive Entwicklung ein.
Am 2. November schockte Orson Welles Amerika mit seinem Hörspiel "Invasion from the Mars" , in dem die Darstellung der Landung von Marsmenschen in New England so realistisch geschildert wurde, daß viele Menschen in Panik ihre Häuser verließen. Dies war ein überzeugender Beweis für die Suggestivkraft des Mediums Radio.
Das politische Geschehen in Europa wurde von den Amerikanern nur am Rande wahrgenommen. Man wollte mit den "Auseinandersetzungen" der Europäer nicht zu tun haben. Man bemerkte lediglich , daß immer wieder Leute aus Deutschland in die USA kamen, weil sie in ihrer Heimat politisch verfolgt wurden. Kaum jemand macht sich Gedanken über die immer bedrohlicher werdende Situation der Juden in Deutschland.
Als Hitler 1939 den Zweiten Weltkrieg anfing, wollte man in Amerika zuerst nicht so recht Kenntnis davon nehmen. Nach außen veränderte sich in Amerika rein gar nichts, aber vorsorglich hatte die amerikanische Regierung die Rüstung im eigenen Land stark angekurbelt, um für den Fall eines Falles vorbereitet zu sein. Das Leben ging im Großen und Ganzen weiter wie bisher, aber man sympathisierte nun mit den Briten.
Anfang 1940 kaufte die Metrolplitan Opera Association der Metropolitan Opera and Real Estate Company das Gebäude ab und war nicht mehr nur Pächter, sondern Eigentümer.Der Preis lag bei einer Million Dollar und wurde durch Spenden finanziert. Mit dem Verkauf hat die Metropolitan Opera auch aufgehört, Schauplatz der Eitelkeit der High Society zu sein.
Ein anderes wichtiges Datum in der Geschichte der MET war der 10.März 1940, an diesem Tag nämlich wurde zum erstenmal eine Opernaufführung im Fernsehen übertragen.
Die Spielzeit 1941/42 wurde in erster Linie Mozart gewidmet, da in diesem Jahr weltweit sein 150. Todestag gefeiert wurde. Die MET offerierte "Le nozze di Figaro", " Don Giovanni" und "The Magic Flute." Die englischsprachige Fassung der Zauberflöte blieb viele Jahre im Repertoire, ehe sie im neuen Haus im Lincoln Center erstmals wieder im deutschen Orginal gespielt wurde.
Trotz des blühenden Gesellschaftsleben wurde auch für Amerika der Krieg in Europa bedrohlicher. Deutsche U-Boote versenkten amerikanische Frachter, wenn diese Nahrungsmittel nach England transportierten. Ebenfalls beherrschte Japan Korea sowie einen großen Teil Chinas.Trotz aller Vorahnungen reagierte Amerika bis aufs Tiefste geschockt, als Japaner am 7. Dezember 1941 ohne Vorwarnung Pearl Harbour bambardierten. Washington's Antwort auf diesen Angriff war die Kriegerklärung an Japan, und dieser folgte die Kriegerklärung des Deutschen Reiches an Amerika.
Dennoch ging die erste Kriegsspielzeit ohne größere Schwierigkeiten über die Bühne. 


Krieg und Frieden (1942 - 1950):

Anders als im Ersten Weltkrieg wurde die deutsche Sprache nicht verbannt und ebensfalls zog man es nicht in Erwägung deutsche Opern aus dem Repertoire zu streichen. U.a. spielte man "Rosenkavalier", "Tannhäuser", "Tristan" und "Götterdämmerung".
Viel Beachtung fand Marjorie Lawrence, die mit großer Willenskraft trotz ihrer Lähmung, die sie an einen Rollstuhl fesselte, auf die Bühne zurückkehrte. Man richtete die Inzinierungen so ein, daß sie sich nicht bewegen mußte. Sie sang Venus und Isolde und wurde begeistert gefeiert.
Die alliierten Franzosen und Russen ehrte man mit glanzvollen Aufführungen von Les Contes d'Hoffmann, Pelléas et Mélisande.
Die Metropolitan Opera Guild organisierte und finanzierte Opernaufführungen für die Soldaten, verschickte Schallplatten und Musikinstrumente an die Front. Das Geld aus dem stückweisen Verkauf des alten Goldenen Vorhangs, welchen man der Guild zur Verfügung gestellt hatte, wurde verwendet, um neue Produktionen zu finanzieren. Man schaffte es, einflußreiche Leute als Guids-Mitglieder zu werben. Nicht nur die Gouverneure von neun US-Staaten, sondern aich der damalige Oberbürgermeister New York's zählte zu ihnen. Viel Publicity gab es auch, als Präsident Franklin D. Roosevelt in die Guild eintrat. Die Guild entwickelte sich sehr schnell zu einer Klassenorganisation, welche sie auch heute noch ist. Der Mitglieder-Status richtet sich in erster Linie an dem jährlichen Beitrag, den jeder Einzelne leistete.
Das Haus am Broadway erhielt einen neuen Anstrich, die Kapazität wurde durch Entfernung einiger Logen erhöht, und man errichtete ein Restaurant in der MET, dessen Einrichtung viele Diskussionen hervor rief.
Die MET -Spielzeit 1944/45 endete fast gleichzeitig mit dem zweiten Weltkrieg . Sie hatte nicht viele Höhepunkte mit sich gebracht, aber man hoffte auf bessere Zeiten, in denen man wieder europäische Kunstler verpflichten könne. Ebenfalls hoffte man darauf, daß die Nachkriegszeit einen neuen Opern-Boom auslösen würde. Mit dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima ging der Zweite Weltkrieg auch im Fernen Osten zu Ende.
Die erste Nachkriegsspielzeit begann mit "Lohengrin", diese Aufführung war auch die erste Rundfunk-Direktübertragung einer "Opening Night". 


Warten auf das neue Haus (1959 - 1966):

Am 14.Mai 1959 tat Präsident Eisenhower den ersten Spatestich zum Bau des Lincoln Center for the Performing Arts, das aus Philharmonie, State Theatre, Metropolitan Opera, einem Schauspielhaus und der Bibliothek mit Museum der Darstellenden Künste bestehen sollte.
Die verwahrlosten Häuser in dem Viertel, in dem das Lincoln Center entstehen sollte waren, nachdem dort noch einmal West Side Story gedreht wurde, abgerissen.
Die Neueinstudierung des "Tristan" an der MET war insofern etwas Besonderes, weil Birgit Nilsson zum erstenmal Isolde war und gleich darauf die Rolle der Senta übernahm.
Ein trauriges Ende nahm am 4. März 1960 die Aufführung von Verdis " Laforza del destino" unter Thomas Schippers. Auf der Bühne stand eine Sängerschar , die zum Besten zählte, was man für Geld bekommen konnte. Nach einer grandios gesungenen Arie stürzte Leonard Warren zu Boden und blieb regungslos liegen, auch Mund-zu-Mund Beatmungen blieben erfolglos. Er starb keine zehn Minuten nach seinem Sturz. Die Zuschauer verließen erschüttert das Theater.
In Washington zog Ende des Jahres mit John F. Kennedy der erste katholische und jüngste Präsident ins Weiße Haus. Nachdem er seinen republikanischen Mitbewerber Richard Nixon geschlagen hatte, setzte er sich für die Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung ein, Außenpolitisch wollte er einen Ausgleich mit Rußland finden. Alle Theateraktivitäten - also auch die der beiden New Yorker Opernhäuser- wurden durch den 114 Tage andauernden Zeitungsstreik, der Anfang Dezember 1962 begann, stark betroffen.
1966 öffnete sich dann zum erstenmal der Vorhang der MET im neuen Lincoln Center mit der Aufführung von "La fanciulla del West."
Dann gab es aber noch eine große Abschieds-Gala im alten Haus. Alles, was Rang und Namen in der Gesellschaft hatte, war anwesend. Nichts war ihnen zu teuer, denn schon die Eintrittskarten, die es nur durch Beziehungen gab, kosteten schon 200 $. Die Einnahmen dieser Gala beliefen sich dann auch auf 290 000$. Viele Zuschauer stürzten auf alles, was nicht fest war, um es als Souvenir mitzunehmen, im Theaterrestaurant stieg der Umsatz an Sekt um 500 Flaschen. Die alte MET war tot, das Motto hieß: Es lebe die neue MET! 

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