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Das Publikum der nach dem Ausgleich
im Jahre 1867 sich kontinuierlich gewachsenen Hauptstadt hat immer wieder
nach einem eigenständigen Opernhaus gerufen. Welche große Bedeutung
dieses Projekt hatte, unterstreicht die Tatsache, daß 1873 für namhafte
in- und ausländische Architekten ein Wettbewerb ausgelobt wurde.
Das von dem Gewinner des
Wettbewerbs, Miklós Ybl, entworfene und in neun Jahren erbaute
Neorenaissance-Palais ist eines der bedeutendsten Denkmäler von Budapest
aus dem 19. Jahrhundert, eine herausragende architektonische Leistung
sowohl in funktionaler als auch in dekorativer Hinsicht. Die prachtvolle
Ausstattung der vom Publikum frequentierten Räume (Zuschauerraum, Foyers,
Salons), die den Zuschauerraum beherrschenden Farben Rot und Gold, die
edle Holztäfelung, die wunderschöne Marmorverkleidung, und nicht zuletzt
die von den drei Meistern des Historismus, Károly Lotz, Bertalan
Székely und Mór Than geschaffenen Wandgemälde und Fresken
bringen den Repräsentationsanspruch der damaligen Zeit anschaulich zum
Ausdruck, sie beeindrucken aber auch den heutigen Besucher.
In der Eröffnungsvorstellung in
Anwesenheit des Königs, Franz Josef 1., wurden quasi
programmatisch
Teile
zweier Opern von Ferenc Erkel und ein Akt aus Richard Wagners Lohengrin
gespielt. Die ersten Jahre des Prachtbaus verliefen aber nicht ohne
Schwierigkeiten, und es vergingen etliche Jahre, bis das Opernhaus und
sein Publikum zuelnanderfanden.
Die erste ruhmreiche Periode des
Opernhauses ist mit dem Namen Gustav Mahler verbunden, der während
seiner kurzen Direktionszeit (18881891) ein modernes Repertoire
aufgebaut hat. Durch seine Entscheidung kamen die ersten zwei Werke der
Ring-Tetralogie auf die Bühne, er zeigte von den zeitgenössischen Werken
Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni, die von Budapest aus die Welt
eroberte. Zu Mahlers Verdiensten gehört auch der Ausbau und die
Verjüngung des Ensembles. Die Direktion Arthur Nikischs begründete
eine langjährige Zusammenarbeit mit Giacomo Puccini, der später einige
seiner Werke in Budapest persönlich einstudierte. In den Jahren nach 1910
brach unter der kundigen Direktion des Regierungsbeauftragten Graf
Miklós Bánffy, durch die Mitwirkung des Regisseurs Sándor Hevesi
und des Dirigenten Egisto Tango ein neues ,,Goldenes
Zeitalter" an. In dieser Zeit wurden auch die Bühnenwerke von Béla Bartók
erstaufgeführt.
Aus der Stagnation in den Jahren
nach dem 1. Weltkrieg wurde das Opernhaus während der Direktion von Miklós
Radnai (19251935) herausgeführt. In dieser und in der sich daran
anschließenden Direktion von Läs:l6 Márkus (19351944)
entstand jenes Ensemble Regisseure, Bühnen- und
Kostümbildner, Dirigenten und nicht zuletzt Sänger, dessen Leistungen
manche Opernliebhaber selbst noch heute lebhaft in Erinnerung haben.
Nach dem II. Weltkrieg, am Beginn
der Direktion von Aladár Tóth (19461956), wurde für drei
Jahre Otto Klemperer als Generalmusikdirektor verpflichtet. In
seinen legendären Mozart- und Wagner-Aufführungen reifte eine neue
Sängergeneration heran. Um das sprunghaft angewachsene Publikumsinteresse
zu befriedigen, wurde in den 50er Jahren das Erkel-Theater mit seinen 2400
Plätzen an das Opernhaus angegliedert. Während der Direktionszeit von Kálmán
Nádasdy (19591966) öffnete sich das Haus auch für Werke des 20.
Jahrhunderts, aber auch für die der Vorklassik.
Nach den Jahren der Zwangspause
konnte sich das ungarische Opernleben erneut den europäischen
Musiktheatern anschließen. Das Repertoire wurde unter der Leitung von Miklós
Lukács (19661978) und András Mihály (19781986) mit
bedeutenden Uraufführungen ungarischer Komponisten erweitert.
Im Frühling 1980 begannen die
Arbeiten für eine völlige Rekonstruktion des Zuschauerraumes und der
Bühnentechnik. Nach einer Bautätigkeit von vier Jahren konnte die
Ungarische Staatsoper 1984, genau 100 Jahre nach der Eröffnung, seine
Tore wieder für das Publikum öffnen.
Karten:
Hier können Sie versuchen Karten über unsere Online-Datenbank zu
erhalten. Nicht immer sind jedoch Karten für dieses berühmte Opernhaus
dabei.
Und so wird es
gemacht: Wenn Sie auf den unteren Kartenlink geklickt haben, dann
erscheint in diesem Fenster eine Datenbank. Hier können Sie dann ganz
rechts die Kategorien Opern/Ballett bzw. Klassik wählen. Wenn Sie bei
Opern/Ballett nichts finden auch bei Klassik probieren. Wie gesagt: Es ist
etwas Glücksache dabei.
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Quelle: Oper Budapest
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