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 Das Opernhaus von Budapest

Das Opernhaus von Budapest, eines der ältesten und schönsten Theatergebäude in Budapest, wurde vor fast 115 Jahren, im September 1884, für das Publikum eröffnet. Die Geschichte der Opernaufführungen in Ungarn reicht natürlich viel weiter zurück: nach Anfängen im 18. Jahrhundert gab es ab 1840 regelmäßig Opernvorstellungen auf der Bühne des Nationaltheaters unter der Leitung des Dirigenten des Theaters, des Schöpfers der ungarischen Nationaloper, Ferenc Erkel. 

Das Publikum der nach dem Ausgleich im Jahre 1867 sich kontinuierlich gewachsenen Hauptstadt hat immer wieder nach einem eigenständigen Opernhaus gerufen. Welche große Bedeutung dieses Projekt hatte, unterstreicht die Tatsache, daß 1873 für namhafte in- und ausländische Architekten ein Wettbewerb ausgelobt wurde.

Das von dem Gewinner des Wettbewerbs, Miklós Ybl, entworfene und in neun Jahren erbaute Neorenaissance-Palais ist eines der bedeutendsten Denkmäler von Budapest aus dem 19. Jahrhundert, eine herausragende architektonische Leistung sowohl in funktionaler als auch in dekorativer Hinsicht. Die prachtvolle Ausstattung der vom Publikum frequentierten Räume (Zuschauerraum, Foyers, Salons), die den Zuschauerraum beherrschenden Farben Rot und Gold, die edle Holztäfelung, die wunderschöne Marmorverkleidung, und nicht zuletzt die von den drei Meistern des Historismus, Károly Lotz, Bertalan Székely und Mór Than geschaffenen Wandgemälde und Fresken bringen den Repräsentationsanspruch der damaligen Zeit anschaulich zum Ausdruck, sie beeindrucken aber auch den heutigen Besucher.

In der Eröffnungsvorstellung in Anwesenheit des Königs, Franz Josef 1., wurden — quasi programmatisch

— Teile zweier Opern von Ferenc Erkel und ein Akt aus Richard Wagners Lohengrin gespielt. Die ersten Jahre des Prachtbaus verliefen aber nicht ohne Schwierigkeiten, und es vergingen etliche Jahre, bis das Opernhaus und sein Publikum zuelnanderfanden.

Die erste ruhmreiche Periode des Opernhauses ist mit dem Namen Gustav Mahler verbunden, der während seiner kurzen Direktionszeit (1888—1891) ein modernes Repertoire aufgebaut hat. Durch seine Entscheidung kamen die ersten zwei Werke der Ring-Tetralogie auf die Bühne, er zeigte von den zeitgenössischen Werken Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni, die von Budapest aus die Welt eroberte. Zu Mahlers Verdiensten gehört auch der Ausbau und die Verjüngung des Ensembles. Die Direktion Arthur Nikischs begründete eine langjährige Zusammenarbeit mit Giacomo Puccini, der später einige seiner Werke in Budapest persönlich einstudierte. In den Jahren nach 1910 brach unter der kundigen Direktion des Regierungsbeauftragten Graf Miklós Bánffy, durch die Mitwirkung des Regisseurs Sándor Hevesi und des Dirigenten Egisto Tango ein neues ,,Goldenes Zeitalter" an. In dieser Zeit wurden auch die Bühnenwerke von Béla Bartók erstaufgeführt.

Aus der Stagnation in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg wurde das Opernhaus während der Direktion von Miklós Radnai (1925—1935) herausgeführt. In dieser und in der sich daran anschließenden Direktion von Läs:l6 Márkus (1935—1944) entstand jenes Ensemble — Regisseure, Bühnen- und Kostümbildner, Dirigenten und nicht zuletzt Sänger—, dessen Leistungen manche Opernliebhaber selbst noch heute lebhaft in Erinnerung haben.

Nach dem II. Weltkrieg, am Beginn der Direktion von Aladár Tóth (1946—1956), wurde für drei Jahre Otto Klemperer als Generalmusikdirektor verpflichtet. In seinen legendären Mozart- und Wagner-Aufführungen reifte eine neue Sängergeneration heran. Um das sprunghaft angewachsene Publikumsinteresse zu befriedigen, wurde in den 50er Jahren das Erkel-Theater mit seinen 2400 Plätzen an das Opernhaus angegliedert. Während der Direktionszeit von Kálmán Nádasdy (1959—1966) öffnete sich das Haus auch für Werke des 20. Jahrhunderts, aber auch für die der Vorklassik.

Nach den Jahren der Zwangspause konnte sich das ungarische Opernleben erneut den europäischen Musiktheatern anschließen. Das Repertoire wurde unter der Leitung von Miklós Lukács (1966—1978) und András Mihály (1978—1986) mit bedeutenden Uraufführungen ungarischer Komponisten erweitert.

Im Frühling 1980 begannen die Arbeiten für eine völlige Rekonstruktion des Zuschauerraumes und der Bühnentechnik. Nach einer Bautätigkeit von vier Jahren konnte die Ungarische Staatsoper 1984, genau 100 Jahre nach der Eröffnung, seine Tore wieder für das Publikum öffnen.

Karten: Hier können Sie versuchen Karten über unsere Online-Datenbank zu erhalten. Nicht immer sind jedoch Karten für dieses berühmte Opernhaus dabei.

Und so wird es gemacht: Wenn Sie auf den unteren Kartenlink geklickt haben, dann erscheint in diesem Fenster eine Datenbank. Hier können Sie dann ganz rechts die Kategorien Opern/Ballett bzw. Klassik wählen. Wenn Sie bei Opern/Ballett nichts finden auch bei Klassik probieren. Wie gesagt: Es ist etwas Glücksache dabei.

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Quelle: Oper Budapest

 

 

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