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Der Ring des Nibelungen - 1. Tag - Die Walküre - Richard Wagner

Inhalt

Richard Wagner - Der Ring des Nibelungen
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend
Erster Tag - Die Walküre

 
Uraufführung: 26. Juni 1870 in München

Das End-Spiel schreitet fort. Die Geschichte des Untergangs, die sich die in den Tunnel der Zeiten geratenen Götter noch einmal imaginieren, erzählt nun von der Hoffnung auf den nicht durch Göttlichkeit gebundenen Menschen. Wotans Pläne zur Bewahrung und Rettung seiner Macht haben ihn als Wälse über die Erde streifen lassen.

1. Akt
Ein Mensch wird gejagt. Mit letzter Kraft schleppt er sich in eine schützende Behausung. Die Frau, die dort wartet, erquickt ihn mit einem Trunk. Eine geheime Verwandtschaft verbindet die Frau mit dem flüchtenden Fremdling.
Hunding, der Herr des Hauses, kehrt vom Kampf zurück. Auf
Drängen seiner Frau gewährt er dem Unbekannten Gastrecht.
Aufgefordert zu erzählen, wer er sei, berichtet der Fremde von seiner Jugend. Sein Vater nannte sich Wolfe. Als er eines Tages mit seinem Vater von der Jagd zurückkehrte, fanden sie die Mutter ermordet, die Zwillingsschwester entführt. In den bitteren Kämpfen, die folgten, verlor er die Spur seines Vaters. Seither lag Unheil auf ihm. Er wurde von einem Mädchen zur Hilfe gerufen. Im Kampf erschlug er die Brüder, die es wider seinen Willen verheiraten wollten. Nun wird er von der ganzen Sippe verfolgt.
Hunding erkennt, daß er, den er, von der Sippe zu Hilfe gerun, verfolgte, an seinem Tisch sitzt. Er fordert ihn für den nächsten Tag zum Zweikampf, bevor er mit seiner Frau ins Schlafgemach geht. Der Fremde ruft nach seinem Vater, der ihm ein Schwert verhieß, das er in höchster Not fände.
Heimlich kehrt die Frau zurück; sie hat Hunding einen Schlaftrunk gemischt. Um den Fremden zu retten, weist sie ihm das Schwert, das ein Einäugiger zurückließ, als sie zur Hochzeit mit Hunding gezwungen wurde. Viele hatten vergeblich versucht, es aus dem Stamm zu ziehen. Als es dem Fremden nun gelingt, erkennen sich beide als die Kinder Wolfes, die Wälsungen. Siegmund erhält den Namen von seiner Zwillingsschwester Sieglinde. In Liebe vereint sich gleiches Blut.

2. Akt
Wotan setzte seine Hoffnungen auf Siegmund, der aber wird von Hunding und seiner Sippe hart verfolgt. Brünnhilde, Tochter Wotans und der Erda, ihrem Vater die liebste unter den Walküren, soll Siegmund im Kampf beistehen.
Doch Fricka, die Hüterin der Ehe, verlangt von ihrem Gatten, Hundings Rache gewähren zu lassen. In tiefer Zerrissenheit läßt Wotan sich den Eid abringen, den Sohn zu opfern für den Fortbestand der Götter, deren Erlösung er sich gerade von Siegmunds Tat erhoffte. Allein mit Brünnhilde, vergegenwärtigt er sich das unlösbare Geschick seiner Existenz. Als Herr der Verträge weiß er sich als deren Knecht. In großer Einsicht will er nur noch das Ende.
Brünnhilde will dem ersten Wunsch Wotans folgen, nicht dem späteren Befehl. Wotan droht mit den härtesten Strafen.
Siegmund hält die fliehende Sieglinde zur Rast an. Als sie in tiefen Schlaf gesunken ist, erscheint Brünnhilde, Siegmund den nahen Tod anzukündigen. Doch er will nicht nach Walhall, wenn ihm dahin Sieglinde nicht folgen darf. In sich aufbäumender Wut will er seine Zwillingsschwester und das in ihr keimende Leben töten. Brünnhilde hindert ihn und verspricht, sich tollkühn gegen das Geheiß ihres Vaters stellend, Schutz gegen den anstürmenden Hunding.
Wotan greift in den Kampf ein. Er läßt Siegmunds Schwert an seinem Speer zerspellen. Hunding erschlägt Siegmund. Heimlich entflieht Brünnhilde mit Sieglinde, den Enkel Wotans zu retten. Als Hunding in Wotan den Einäugigen erkennt, der damals das Schwert in den Baum trieb, bricht er neben dem toten Siegmund zusammen.

3. Akt
Jauchzend tummeln sich die Walküren in der Zerstörung, die sie nach Wotans Willen wie schon so oft stifteten. Sie sammeln die Helden für Walhall. Doch was Brünnhilde mitbringt, ist kein Mann. Keine der Walküren hat den Mut, Brünnhilde und Sieglinde vor dem Zorn Wotans zu schützen. So sendet sie die Frau mit dem Leben in sich ins Ungewisse, ihr die Trümmer des Schwertes anvertrauend.
Brünnhilde stellt sich der Strafe Wotans: weil Liebe ihr Herz bezwang, soll jeder Mann, der sie hier wehrlos findet, sie zur Liebe zwingen können.
An seiner Herrschaft Ende schöpft Wotan die Hoffnung neu, daß ihm ein Erbe erwachsen werde, der frei von Götter-Gesetzen und vereint mit Brünnhilde vollbringt, was der Gott weiß, aber nicht vermag. Die Strafe für die Walküre wandelt sich zur bewahrenden Rettung. Brünnhildes Schlaf schützt ein Flammenmeer bis der kommt, der das Feuer furchtlos durchschreitet. Die Hoffnung auf seine Tat: Freiheit.


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