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Der Ring des Nibelungen - 2. Tag - Siegfried -
Richard Wagner
Inhalt
Richard Wagner - Der Ring des Nibelungen
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend
Zweiter Tag - Siegfried
Uraufführung: 16. August 1876 in Bayreuth
Weitab von der Welt, an abgelegenem Ort,
zieht Mime Sieglindes Sohn auf. Sterbend übergab sie das Neugeborene dem
Nibelungen, zusammen mit den zerbrochenen Stücken des Schwertes Nothung. In der
Fürsorge, die Mime über all die Jahre dem Waisenkind widmet, verfolgt er
jedoch allein das Ziel, von dem Jungen Fafner löten zu lassen, der den Hort mit
Ring und Tarnhelm hütet. Danach, weiß Mime, muß er Siegfried umbringen, damit
er selbst Herr des Hortes wird.
1. Akt
Nach vergeblichen Mühen, Nothung wieder zusammenzufügen, fertigt Mime in
selbsterrichteter Schmiedewerkstatt Waffen an, die Siegfried aber alle zerschlägt.
Immer unwohler fühlt sich der Heranwachsende in der Umgebung Mimes. Oft neckt
er seinen Ziehvater. Diesmal erschreckt er ihn als Bär. Gereizt offenbart Mime
dem Jungen, daß er weder sein Vater, noch sonst verwandt mit ihm sei. Drängend
begehrt Siegfried zu erfahren, wer seine Eltern sind. Er will ausbrechen in die
Welt und befiehlt Mime, ihm Nothung zu schmieden.
An der einsamen Stelle erscheint der Wanderer. Mime weist ihn ab. Doch der
Wanderer schlägt dem ungastlichen Schmied ein Rätselspiel vor, bei dem er als
Preis seinen Kopf einsetzt. Mime stellt ihm Fragen nach der Welt, wie sie einmal
war. Der Wanderer, in dem Mime Wotan zu erkennen beginnt, beantwortet sie alle.
Nun geht die Wissenswette an ihn. Zwei Fragen kann er beantworten, aber vor der
dritten, wer Nothung neu schmieden könnte, versagt er. Der Wanderer sagt es:
nur der, der das Fürchten nie gelernt hat!
Verwirrt, hilflos bleibt Mime allein. Als Siegfried zurückkommt, prüft Mime,
ob er der Furchtlose sei, den der Wanderer meinte. Alle Angstbilder, die Mime
entwickelt, wehrt Siegfried lachend ab. Da Nothung noch immer zerbrochen liegt,
schickt Siegfried sich an, das Schwert selbst zu schmieden. Als er die Stücke
erst einmal in Späne zerteilt, um sie neu zu formen, erkennt Mime die besondere
Bestimmung seines Zöglings. Mit Nothung und dem Gifttrank, den Mime für
Siegfried gebraut hat, machen sich beide auf zu dem Platz, wo Fafner haust.
2. Akt
Seit langem wacht Alberich in Fafners Nähe, gierig nach dem Ring, aber nicht
wissend, wie er ihn erlangen kann. In dem Wanderer, der aus dem Dunkel
hervortritt, erkennt er Wotan. Der meldet Alberich, daß der Held naht, der
Fafner tötet, Mime aber den Hort erringen will. Alberichs Verwirrung wächst,
als Wotan Fafner aufweckt, damit er gewarnt würde. Aufs neue bekräftigt
Alberich seinen Anspruch auf die Weltherrschaft. Als Wotan verschwindet, treffen
Mime und Siegfried ein, umlauert von Alberich.
Bald verjagt Siegfried Mime und bleibt allein zurück. Seiner Herkunft, seinen
Eltern nachsinnend, hört er Vogelstimmen. Auf einem selbstgeschnitzten Holz,
dann mit dem silbernen Horn, das Mime ihm schuf, will er den Stimmen antworten,
sie verstehen. Aber das Horn weckt Fafner. Bedrohlich naht das Ungeheuer,
Siegfried zu verschlingen. In wildem Kampf stößt ihm Siegfried Nothung ins
Herz. Der Sterbende warnt den Sieger vor der Zukunft. Als Siegfried Nothung aus
der Wunde des Toten zieht, macht ihn das Blut welthellsichtig. Nun versteht er
die Stimme des Waldvogels, der ihm rät, Ring und Tarnhelm an sich zu nehmen und
vor Mimes Anschlägen auf der Hut zu sein. Indessen treffen Mime und Alberich
aufeinander. In heftigem Streit machen sie gegenseitig ihren Anspruch auf den
Hort geltend. Während Alberich vor Siegfried ins Dunkel zurückweicht, versucht
Mime, dem Jungen den tödlichen Trank einzuflößen. In letzter Not wehrt sich
Siegfried mit dem Schwert. Den Toten legt er zu Fafner. Die Stimme des
Waldvogels weist ihm den Weg zu der Frau, die feuerumschlossen des Befreiers
harrt.
3. Akt
Nahe dem Ort, wo Brünnhilde liegt, wartet Wotan auf den, der das Feuer
durchschritte. Noch einmal beschwört er Erdas Weisheit, um zu erfahren, ob sich
seine Absichten erfüllen werden. Sie aber verweist ihn an die Nornen und verhüllt
sich, als sie von der Strafe hört, die Wotan ihrer beider Tochter auferlegte,
trauernd in ewigem Schlaf
Dem anstürmenden Siegfried stellt sich der Wanderer noch einmal entgegen. Spott
trifft ihn, den Alten, und Unverständnis. Auch vor dem neuaufflammenden Feuer fürchtet
Siegfried sich nicht. Wotans Speer zerschlägt er mit Nothung, das einst an
diesem zerschellte. Der Gott tritt ab und macht dem Jungen den Weg frei.
Nach dem Weg durch das Feuer entdeckt Siegfried in dem schlafenden Helden die
Frau, Brünnhilde. Noch hofft er, die langersehnte Mutter gefunden zu haben.
Aber Brünnhilde sagt ihm, die Mutter ist tot. Den verzweifelten Liebesansturm
weist Brünnhilde zunächst zurück. Der Befreier soll sich rein für alle
erhalten. Dann aber siegt für beide das Glück ihrer Begegnung. In der
Liebesumarmung bejubeln, fordern sie in trotziger Hoffnung den Untergang
Walhalls und seiner Götter, ersingen sich in verzweifelter Isolation den
Triumph absoluter Liebe: "Leuchtende Liebe, lachender Tod".
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