|
Der Ring des Nibelungen - 3. Tag - Götterdämmerung -
Richard Wagner
Inhalt
Richard Wagner - Der Ring des Nibelungen
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend
Dritter Tag - Götterdämmerung
Uraufführung: 17. August 1876 in Bayreuth
Vorspiel
Die Nornen, Töchter der Erda, suchen im Geflecht der Geschichte das
Schicksal der Welt zu erfahren. Aber aus dem Seil, das sie einander zuwerfen,
lesen sie nur, was war, wie alles kam. Als sie das Kommende erfassen wollen,
spannt sich das Seil, bis es reißt. Die Zukunft entzieht sich altem Wissen.
Blind taumeln die Nomen ins Nichts.
Aus dem Zusammensein mit Brünnhilde in einsamer Öde drängt es Siegfried zu
"neuen Taten". Brünnhilde erinnert sich und ihn an die Sendung, die
Welt zu erlösen. Als Liebespfand läßt er ihr den Ring zurück, um dessen
Besitz der Streit der anderen ging und geht.
1. Akt
Der Alberich-Sohn Hagen giert nach dem Ring und der Macht, die er vermeintlich
verleiht. Dafür spinnt er seine Intrigen. Seinen unverheirateten
Halbgeschwistern Gunther, dem Herrscher im Gibichungen-Reich, und Gutrune rät
er zu »exotischen« Ehepartnern: der wilden Felsenfrau Brünnhilde und dem
Naturburschen Siegfried. Wie mit magischer Kraft lenkt er Siegfried in die
Gibichungenhalle. Dort wird der ungewöhnliche Gast bald unter eine Droge
gesetzt, die ihm die Erinnerung an Brünnhilde blockiert, so daß er für
Gutrunes Reize empfänglich wird und willig ein Blutsbündnis mit Gunther
eingeht: für ihn will er mit Hilfe des Tarnhelms Brünnhilde freien. In der
Halle wachend, verfolgt Hagen die Entwicklung seiner Pläne.
Aus Walhall hat sich Waltraute heimlich zu Brünnhilde gestohlen. Sie will die
trostlose Lage der Götter wenden und berichtet der Schwester: tatenlos brütet
Wotan inmitten der Götter und Krieger vor sich hin; die Weltesche ließ er fällen
und ihre Stämme um Walhall schichten. Der Fluch, der über Götter und Menschen
kam, würde nur von der Welt genommen, wenn die Rheintöchter den Ring zurückerhielten.
Aber Brünnhilde kann und will nicht von Siegfrieds Liebespfand lassen.
Das aufschlagende Feuer kündigt ihr Siegfrieds Nahen an. Doch der, der das
Feuer durchschreitet, ist ihr fremd. In Gunthers Gestalt verwandelt, bricht
Siegfried Brünnhildes Widerstand, demütigt sie und entreißt ihr den Ring.
2. Akt
Halb wachend, halb träumend gewahrt Hagen die Gestalt seines Vaters Alberich,
der ihn verpflichten will, den Nibelungen den Ring zurückzuerobern. Hagen
jedoch will ihn nur sich selbst gewinnen. Mahnend verschwindet Alberich ins
Dunkle.
In der Morgendämmerung erscheint Siegfried und kündigt Hagen die Ankunft
Gunthers mit Brünnhilde an. Gutrunes Fragen nach dem genauen Hergang der
Freiung um Brünnhilde verwirren Siegfried in seinem gestörten Bewußtsein.
Hagen ruft die Gibichungen-Mannen herbei, Gunther und dessen Braut zu empfangen.
Wie ein Scherz erscheint es den Mannen, daß zur Vorbereitung des
Hochzeitsfestes wilde Tiere geschlachtet und den vergessenen Göttern geopfert
werden sollen.
Das Verhängnis, aus Lug und Trug bereitet, kulminiert, als Brünnhilde, in die
Gibichungenhalle geschleppt, erkennt, daß Siegfried sich seiner Liebe zu ihr
nicht mehr erinnert. Der Ring an seiner Hand ist für Brünnhilde Beweis, daß
er es war, der sie überwältigte. Für Hagen ist es Anlaß, Siegfried des
Treuebruchs gegen Gunther zu bezichtigen. Doch Siegfried, zunehmend irritiert,
widersetzt sich allen Anklagen. Während seine Hochzeit mit Gutrune vorbereitet
wird, beteiligt sich Brünnhilde an dem Komplott, das Hagen und Gunther zu
Siegfrieds Ermordung schmieden. Ein Jagdunfall soll den schuldlos schuldig
Gewordenen beseitigen.
3. Akt
Auf der Jagd hat sich Siegfried dorthin verirrt, wo die Rheintöchter
dahinvegetieren. Sie flehen um den Ring. Als Siegfried sich weigert, ihn ihnen
zu geben, weissagen sie dem Besitzer des Rings den baldigen Tod. Inmitten der
Jagdgesellschaft erzählt Siegfried sein Leben ("Singe, Held!"). Als
seine Erinnerung stockt, löst Hagen ihm mit einem Trank das blockierte Bewußtsein,
Glücklicb erlebt Siegfried von neuem die Begegnung mit Brünnhilde. Hagen hat
damit Siegfrieds Meineid, den Betrug an Gunther bloßgelegt. Hinterrücks sticht
er Siegfried nieder. Mit dem Bekenntnis seiner Liebe zu Brünnhilde stirbt der,
an den sich so viele Hoffnungen knüpften.
Dunkle Bestürzung herrscht bei den Gibichungen. Gutrune klagt an der Bahre
ihres Mannes. Im Streit um den Ring erschlägt Hagen auch Gunther. Dem drohenden
Gemetzel gebietet Brünnhilde Einhalt. Nach alter Sitte läßt sie den Leichnam
Siegfrieds auf einem Scheiterhaufen bestatten. Sie schreitet in das Feuer und
vereint sich so mit ihm im Tod. Der von ihr gestiftete Brand vernichtet die
Gibichungenhalle und greift nach Walhall über, das mit seinen Göttern verglüht.
Im reinigenden Wasser halten die Rheintöchter den Ring, ihn auch Hagens Zugriff
entziehend, der zu Tode stürzt. Überlebende der Katastrophe drängen sich an
den Seiten des großen Tunnels. Ist der Fluch gewichen?
|