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Moses und Aron - Arnold Schönberg
Inhalt
Uraufführung: konzertant 1954 in Hamburg,
szenisch 6.6.1957 in Zürich
ERSTER AKT
Das Volk Israel lebt seit Jahrhunderten in ägyptischer Gefangenschaft. Als
Moses, empört über die Gräuel der Unterdrückung, einen Fronvogt erschlägt,
muss er in die Wüste fliehen.
Moses Berufung
Einen weiten Weg ist Moses gegangen. Aus einem brennenden Dornbusch vernimmt er
die Stimme seines Gottes, die ihm aufträgt, seinem Volk den Glauben an den
einzigen Gott zu verkünden und es aus der ägyptischen Fron zu befreien.
Moses,wissend um die Schwere des Auftrags weist auf die Last seines Alters und
die Ohnmacht seiner Zunge hin. »ich kann denken, aber nicht reden.« Die Stimme
befiehlt ihm, seinen Bruder Aron zu suchen:»Aron soll dein Mund sein.«
Moses begegnet Aron in
der Wüste
Bereitwillig und begeistert will Aron die Sendung übernehmen. Doch dann stellt
er die Frage:»Volk, auserwählt dem Einzigen, kannst du lieben, was du dir
nicht vorstellen darfst?« - »Kein Bild kann dir ein Bild geben vom
Unvorstellbaren«, hält Moses entgegen und verlangt mit bohrender Konsequenz:»Unerbittliches
Denkgesetz zwingt zur Erfüllung«, während Aron betet: »Allmächtiger! Sei
der Gott dieses Volkes! Befreie es aus Pharaos Knechtschaft!«
Moses und
Aron verkünden dem Volk die Botschaft Gottes
Ein Mädchen und zwei Männer berichten den von der Fron Gepeinigten, sie hätten
Aron gesehen, der seinem Bruder Moses entgegengeeilt sei.Vor neuem Leid durch
neuen Aufruhr warnt ein Priester, der mit seinem Volk die Gefangenschaft teilt.
Doch das Mädchen und die beiden Männer sammeln Anhänger um sich, während
sich die anderen, in Angst vor den Schergen Pharaos, dumpf ergeben zu ihren
Arbeitsplätzen zurückziehen wollen.
Als Moses und Aron erscheinen, werden sie mit Fragen nach dem neuen Gott bestürmt,
dem sich die Menge hingeben will, wenn er Rettung bringt. Dass er unsichtbar und
unvorstellbar sei, kann das Volk nicht begreifen. Die Enttäuschung schlägt um
in Hohn und steigert sich zu verzweifelter Wut, die sich gegen Moses und Aron
kehrt. Moses glaubt, sein Auftrag sei gescheitert, da seine Gedanken du den Mund
Arons das Volk nicht rein und klar erreichen. Doch Aron vermittelt dem Volk
durch Wunder einen Begriff von der Macht des einen Gottes. Die Verkündigung:»Ich
will euch dorthin führen, wo ihr mit dem Ewigen einig und allen Völkern ein
Vorbild werdet«, legt er aus als ersprechen: »Er wird euch dorthin führen, wo
Milch und Honig fließen.«Das Volk bricht auf in die Wüste.
ZWEITER AKT
Entbehrungsreich und voller Opfer ist die Wanderschaft durch die Wüste.
Moses hat sich in die Einsamkeit des Berges zurückgezogen.
Aron und die 70 Ältesten vor dem Berg der
Offenbarung
Die Ältesten beklagen Moses'Abwesenheit. Das Volk ist unruhig, Stammesfehden wüten:
»Gewalt regiert!« Die aufgebrachte, verzweifelte Menge verlangt von Aron
Rechenschaft. Mord, Selbstvernichtung drohen. Da erklärt sich Aron bereit, dem
Volk Gott sichtbar zu machen
Tanz um das Goldene Kalb
Aus Opfergaben schafft Aron das Goldene Kalb als Sinnbild dessen, dass
in allem, was ist, ein Gott lebe: Unwandelbar als Prinzip, anschaulich-wandelbar
in der Gestalt. Das Volk gerät in Entzücken und Wahn. Eine Kranke fühlt sich
geheilt, Bettler opfern ihre letzten Habseligkeiten, Greise entleiben sich in
ekstatischer Hingabe. Die Stammesfürsten benutzen das Götzenbild für ihren
Machtanspruch und huldigen dem Kalb. Der junge Mann, einst erster Zeuge der
neuen Gottesverkündigung, will das Götzenbild zerstören und wird erschlagen.
Sinnenlust und Todestrunkenheit ergreifen das Volk. Der Glanz des Goldes zwingt
alle in rasenden Tanz, in sich überschlagenden und alles verschlingenden
Taumel.
Moses und Aron entzweien sich
Moses steigt vom Berg herab, die Tafeln mit den Gesetzen tragend. Sein Wort lässt
das Goldene Kalb vergehen.
Tief greift die Auseinandersetzung zwischen Moses und Aron.»Dieses Volk soll
erhalten bleiben, um für den Ewigkeitsgedanken zu zeugen«, rechtfertigt Aron
sein Verhalten und fordert von Moses: -Mache dich dem Volk verständlich, auf
ihm angemessne Art.« Moses bekämpft die Verfälschung des Gedankens durch
Bilder.Aron weist ihn darauf hin, dass auch die Gesetzestafeln nur ein Bild,
also nur ein Teil des Gedankens seien. Moses zertrümmert die Tafeln. Dennoch
will Aron weiterhin der Mund des Gedankens bleiben und stellt sich an die Spitze
des Volkes, das ins Gelobte Land zieht. Doch Moses verwirft solch ein Bild.
Realität und Realisierung des Gedankens formt er zur ewigen Frage: »O Wort, du
Wort, das mir fehlt!«
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