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Manon - Jules Massenet Inhalt Jules Massenet - Manon Uraufführung: 19. Januar 1884 in Paris 1. Akt Amiens Die reichen Lebemänner de Brétigny und Guillot de Morfontaine, begleitet von den »Demi-mondaines« Poussette, Javotte und Rosette, vergnügen sich bei einer ausgiebigen Tafelei. Der Gardist Lescaut wartet auf den Zug aus Arras, mit dem seine Cousine Manon ankommt. Ihr unverstellter Charme und ihre Schönheit beeindrucken sogar den Schwerenöter. Für Manon ist es der erste Ausflug aus dem goldenen Käfig einer wohlbehüteten Kindheit. Mit großen Augen saugt sie all die neuen Eindrücke auf (»Je suis encore tout étourdie«/»lch bin noch ganz benommen«), fasziniert und traurig zugleich, denn das Ziel ihrer Reise ist das Kloster. Von Lescaut alleingelassen, der ihr Gepäck holen geht, wird Manon von Guillot angesprochen und auch Brétigny bemerkt wohlgefällig, was für ein exquisiter »Schatz« da zu heben wäre... Bei Lescauts Rückkehr ziehen sich die beiden mit ihren Begleiterinnen zurück. Lescaut langweilt sich bald bei seiner Aufgabe als »Hüter der Familienehre« und verschwindet - nach ein paar diesbezüglichen Ermahnungen - zum Kartenspielen in die Kaserne. Melancholisch träumt Manon von dem Luxus, den Poussette, Javotte und Rosette genießen (»Voyons, Manon, plus de chimères«/»Manon, laß die Träume«). Der junge Chevalier Des Grieux hat die Abfahrt des Zuges versäumt. Beim Anblick von Manon ist er sofort von ihr bezaubert. Beide beschließen, nach Paris zu fliehen. Sie bedienen sich dazu der Kutsche Guillot de Morfontaines, die er Manon angedient hatte. Nun hat der unter allgemeinem Gelächter das Nachsehen. 2. Akt Ein Zimmer in Paris Manon und Des Grieux leben zusammen. In einem Brief teilt Des Grieux seinem Vater mit, Manon heiraten zu wollen (Duett: »On l'appelle Manon«/»Sie heißt Manon«). Lescaut hat das Paar ausfindig gemacht und will Manon mit Hilfe des verkleideten Brétigny wieder zurückholen. Nach außen täuscht er verletzte Familienehre vor. In Wirklichkeit will er das Mädchen mit dem finanzkräftigen Brétigny verkuppeln. Brétigny verständigt Manon, daß Des Grieux auf Veranlassung seines Vaters gewaltsam entführt werden soll. Falls sie nichts gegen die Entführung unternehme und sich ihm zuwende, solle sie mit Reichtum und Glanz belohnt werden. Manon ist hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen für Des Grieux, dessen sie aber unwert zu sein meint, und ihrem Drang nach einem luxuriösen Leben, dem sie letztendlich nachgibt (»Adieu, notre petite table«/»Leb wohl, du kleines Tischchen«). Auch Des Grieux' Vision vom trauten Heim (»En fermant les yeux«/»Wenn ich die Augen schließe«) kann sie von ihrem Entschluß nicht mehr abbringen. Des Grieux wird gewaltsam verschleppt. 3. Akt 1. Bild Volksfest auf der »Cours-la-Reine« Manon, die sich von Brétigny aushalten läßt, genießt die allgemeine Bewunderung (»Je marche sur tous les chemins... Obéissons quand leur voix appelle«/»lch gehe durch alle Straßen... Folgen wir, wenn ihre Stimme ruft«). Durch Zufall kann sie ein Gespräch zwischen Brétigny und dem alten Grafen Des Grieux belauschen- Sie erfährt, daß ihr ehemaliger Geliebter Priester werden will. Er hält sich bereits im Seminar von Saint-Sulpice auf. Heute soll er seine erste Predigt halten. Manon hat Des Grieux trotz allem nicht vergessen können und versucht, von seinem Vater etwas über seine Gefühle zu erfahren. Der wimmelt sie ab- Des Grieux habe sie vergessen. Von einem schmerzhaften Gefühl überwältigt, das auch der Auftritt der Stars der Opéra ihr zu Ehren nicht verscheuchen kann, beschließt sie spontan, Des Grieux aufzusuchen: »Mein Leben ist für immer mit dem seinen verbunden«. 3. Akt 2. Bild Im Sprechzimmer von Saint-Sulpice Die Predigt ist zu Ende. Der junge Abbé Des Grieux hat bei den Damen der Gesellschaft Aufsehen erregt. Sein Vater fragt ihn, ob es ihm wirklich ernst sei mit dem Entschluß, Priester zu werden. Ja, denn das Leben habe ihm nichts als Bitternis und Verdruß zu bieten. Große Worte, mein Sohn, meint der Graf, und versucht, ihm ein Leben als braver Familienvater schmackhaft zu machen (»Épouse quelque brave fille«/»Heirate ein unbescholtenes Mädchen«). Des Grieux bleibt bei seinem Entschluß. Zum Abschied händigt ihm sein Vater sein Erbteil aus. Allein gibt sich Des Grieux Rechenschaft über seine wahren Gefühleer kann Manon nicht vergessen (»Ah! fuyez, douce image«/»Flieh du holdes Bild«). Manon verschafft sich Einlaß ins Priesterseminar. Zu den Klängen des Gottesdienstes fleht Manon zu Gott, ihr das Herz des Geliebten zu lassen. Leidenschaftlich beschwört sie sodann Des Grieux (»N'est-ce plus ma main«/»Ist das nicht mehr meine Hand«). Der ist zunächst abweisend, erliegt dann jedoch seiner alten Leidenschaft zu Manon und verzichtet auf sein Gelübde. 4. Akt Im Hôtel de Transylvanie Ganz Paris gibt sich hier der Spielleidenschaft hin. Manon steht wieder im Mittelpunkt der Gesellschaft "Chanter, aimer, sont douces choses«/»Singen, Lieben sind süße Dinge«). Um Manons luxuriösen Lebensstil finanzieren zu können, läßt sich Des Grieux zum Spielen überreden. Er gewinnt von Guillot beträchtliche Summen. Dieser rächt sich, indem er ihn des Falschspiels beschuldigt. Des Grieux wird festgenommen. Sein Vater, der alte Graf, erscheint und stellt ihm baldige Befreiung in Aussicht. Für Manon hingegen gibt es keine Gnade: Sie soll in die Verbannung geschickt werden. Des Grieux und Lescaut haben sich zusammengetan, um die zur Deportation verurteilte Manon zu befreien. Die gedungenen Helfer sind jedoch vor den Wachen geflohen, weiche die verurteilten Mädchen zur Verschiffung bringen. Mit dem Geld des Chevaliers gelingt es Lescaut, die Wachen zu bestechen. Manon ist frei, aber die Rettung kommt zu spät-. Sie stirbt, nicht ohne ihr Leben noch einmal Revue passieren zu lassen: den Selbstvorwürfen folgt die Bitte um Verzeihung und die Verklärung (»Je sens une pure flamme«/»lch spüre eine reine Flamme«), die Erinnerung an die Stationen ihrer gemeinsamen Lebensreise entzündet noch einmal Funken der alten Lebenslust in Manon, bis sie verlöscht mit den Worten-. »Und das war nun die Geschichte der Manon Lescaut«. |
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D-73499 Wört |