|
|
La Gioconda - Amilcare Ponchielli Inhalt Oper in 4 Akten von Tobia Gorrio (Arrigo Boito) nach einem Drama von Victor HugoUraufführung: 8. April 1876 Mailand 1. Akt Auf dem Platz vor dem Dogenpalast wartet eine erregte Menge auf den Beginn einer Gondelwettfahrt. Eine Fanfare ruft das Volk an den Kanal. Barnaba, ein Spion der Inquisition, bleibt zurück. La Gioconda, eine Straßensängerin, führt ihre blinde Mutter auf den Schauplatz. Barnaba, der Gioconda besitzen möchte, hat sich verborgen. Gioconda bittet ihre Mutter, vor der Krche zu warten, während sie Enzo, einen Adligen aus Genua, sucht, der heimlich nach Venedig gekommen ist, um Laura zu sehen. Diese war ihm einst versprochen, doch nun ist sie mit Alvise Badoero verheiratet, einem Staatsinquisitor. Gioconda hatte Enzo einst gesehen und sich in ihn verliebt. Als sie fort will, tritt ihr Barnaba in den Weg und bekennt ihr seine Leidenschaft. Gioconda aber stößt ihn zurück und eilt fort. Barnaba will die blinde Mutter benutzen, um sich die Tochter gefügig zu machen. Die Menge kehrt zurück und feiert den Sieger. Barnaba erzählt dem Verlierer Zuàne, er habe die Wettfahrt nur durch die Hexenkünste der Blinden verloren. Isèpo und einige Seeleute haben dies mitangehört, sie wollen die Alte auf den Scheiterhaufen bringen. Da treten Gloconda und Enzo dazwischen, der die Menge wegen des Angriffs auf eine alte, wehrlose Frau tadelt. Vom wütenden Volk selbst bedrängt, muß Enzo fliehen. Die maskierte Laura und ihr Gatte erscheinen. Badoero rügt das Volk, da nur die Inquisition erweisen könne, ob die Blinde eine Hexe sei. Gioconda wirft sich ihm zu Füßen und bittet um Gnade für ihre Mutter. Laura erwirkt von Alvise die Freilassung der Alten. Als Gioconda nach dem Namen der Wohltäterin fragt, hört Enzo, daß es Laura, seine ehemalige Geliebte, ist. Die Blinde schenkt der Retterin ihren Rosenkranz. Auf Alvises Anweisung gehen alle in die Kirche. Barnaba hat in Enzo den Mann erkannt, auf den in Venedig ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Er spricht Enzo mit dessen vollen Namen an, aber dieser leugnet seine Identität. Barnaba läßt sich jedoch nicht beirren und erzählt Enzos Geschichte: wie er Laura verloren, sich mit Gioconda getröstet habe und nun erneut für die Frau mit der Maske entflammt sei. Barnaba bietet Enzo an, ein Treffen mit Laura zu arrangieren. Enzo stimmt dem Plan begeistert zu, da verrät ihm Barnaba, daß er ein Spion der Inquisition sei. Enzo verflucht ihn, billigt aber seine Vermittlerrolle. Barnaba diktiert Isèpo einen Brief, in dem er Alvise Badoero von einer bevorstehenden Flucht Lauras mit Enzo unterrichtet. Gioconda belauscht diesen Verrat. Die Menge kehrt zurück. Gioconda bahnt sich mit ihrer Mutter einen Weg, voll Trauer über die Treulosigkeit Enzos. 2. Akt Enzos Schiff, »Hecate« ankert vor einer einsamen Insel in einer der Lagunen vor Venedig. Barnaba und Isèpo erscheinen als Fischer verkleidet. Barnaba gibt Isèpo Anweisungen, wie das Schiff zu erobern sei, dann verbirgt er sich. Enzo betritt das Deck und entläßt seine Mannschaft in die Quartiere. Laura kommt an Bord und fällt dem Geliebten in die Arme. Enzo beginnt die Flucht vorzubereiten, während Laura vor der Madonna niederkniet und betet. Plötzlich stürzt die maskierte Gioconda auf sie zu und will ihre Rivalin töten. Ein Schiff mit Alvise Badoero naht. Angesichts der neuen Gefahr kniet Laura vor Gioconda nieder und hält der Eifersüchtigen ihren Rosenkranz entgegen, in dem Gioconda den ihrer Mutter erkennt. In jähem Gefühlsumschwung gibt Gioconda Laura ihre Maske und hilft ihr zu fliehen. Barnaba ist zu spät gekommen und eilt Laura nach. Enzo ruft nach Laura, da tritt ihm Gioconda entgegen. Sie schleudert ihm ins Gesicht, er sei verraten worden. Enzo setzt das Schiff in Flammen. 3. Akt, 1. Bild Im Hause Badoeros wird ein Fest gefeiert. Alvise will, daß Laura ihren Treuebruch mit dem Leben bezahlt. Er zwingt ihr eine Flasche Gift in die Hand und verlangt von ihr, diese zu trinken. Dazu läßt er sie allein. Gioconda stürzt herein, entreißt Laura die Flasche und gibt ihr stattdessen von einem starken Schlafmittel zu trinken. Gioconda verbirgt sich als Alvise erscheint, um zu sehen, ob alles nach seinem Plan gegangen ist. Er sieht die vermeintlich tote Laura und geht - zufrieden über seine gelungene Rache - auf das Fest. 2. Bild Während Alvise die Gäste begrüßt, mischt sich Gioconda unter die Festbesucher, die mit einem Ballett unterhalten werden. Als der Tanz beendet ist, zerrt Barnaba die Blinde herbei, die er in einem verbotenen Raum angetroffen hat. Sie gesteht, daß sie für die Toten gebetet habe, da ertönt auch schon die Totenglocke. Auf die Frage Enzos, wem sie gelte, antwortet Barnaba: Laura. Die Feststimmung ist im Nu verflogen und auf den Anwurf Alvises hin, wer es wage traurig zu sein, wenn er selbst fröhlich, reißt sich Enzo die Maske vom Gesicht und gibt sich zu erkennen. Alvise befiehlt, ihn festzunehmen. Gioconda bittet Barnaba, Enzos Leben zu retten, sie will sich ihm dafür hingeben. Barnaba willigt ein. 4. Akt Zwei Männer bringen die bewußtlose Laura zu Gioconda in ein abgelegenes Haus. Als die beiden Männer wieder gehen wollen, bittet Gioconda sie, nach ihrer Mutter zu suchen. Sie schwankt zwischen Mord an Laura und Selbsttötung, da hört sie zwei Gondolieri in der Ferne, die sich zurufen, daß noch mehr Leichen, Opfer der Inquisition, in den Kanälen treiben. Ihre Gedanken wenden sich Enzo zu. Dieser erscheint und Gioconda erzählt ihm, sie habe Laura aus dem Grab herausnehmen lassen. Empört darüber, daß sie in ihrer Eifersucht selbst Tote nicht ruhen lasse, will er sie erstechen. In diesem Augenblick erwacht Laura aus ihrer Bewußtlosigkeit. Enzo eilt zu ihr. Beide danken Gioconda; ein Boot fährt die beiden Liebenden fort. Allein geblieben bittet Gioconda die Madonna um Hilfe für ihre Mutter. Barnaba kommt und will sich den Preis für Enzos Befreiung holen. Gioconda gibt vor, sich erst für ihn schmücken zu müssen, ergreift aber einen Dolch und ersticht sich. Der Sterbenden schreit Barnaba ins Ohr, für ihren Betrug habe er seine Rache schon gehabt: er ließ ihre Mutter bereits ertränken. |
|
D-73499 Wört |