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Die Entführung aus dem Serrail - Wolfgang Amadeus Mozart
Art:
Singspiel in drei Akten
Opus:
KV 384
Uraufführung:
Juli 1782 im Burgtheater in Wien
Spieldauer:
ca. 125 Minuten
Sprache:
deutsch
Libretto:
Christoph Friedrich Bretzner, frei bearbeitet von Gottlieb Stephanie d.J.
Ort der Handlung:
Landgut des Bassa in der Türkei
Zeit der Handlung:
Mitte des 16. Jahrhunderts
Personen: Deutsch
| Die Personen, die wir hier
erwähnen sind aus der Uraufführung vom 30.01.2001 in Istanbul Devlet
Opera Salonu |
Bassa Cahit
Saher als Selim
Belmonte Hüseyin Likos als Konstanzes
Verlobter
Konstanze Gülgez Altindag als eine junge Spanierin
Blondchen Özlem Soydan als Konstanzes Zofe
Diener des Belmonte Efe Kislali als Pedrillo
Aufseher über das Landhaus des Bassa Ayhan Bahan als Osmin
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Vorbemerkungen zur Handlung:
Konstanze, eine junge Spanierin von
Stand, ihre englische Zofe Blonde und deren Freund, der Diener Pedrillo, sind
von Seeräubern überfallen und auf einen Sklavenmarkt gebracht worden. Dort
hatten sie Glück im Unglück: Bassa Selim, ein gebürtiger Spanier vornehmer
Abkunft, einst Christ und jetzt Mohammedaner, kaufte sie alle und sorgte dafür,
dass sie in seinem am Meer gelegenen Palast unter halbwegs erträglichen
Bedingungen leben konnten.
Belmonte, Konstanzes Verlobter, hat nach Monaten qualvoller Ungewissheit einen
Brief seines Dieners Pedrillo erhalten und kennt nun endlich Schicksal und
Aufenthaltsort der Vermissten. Er rüstet ein Schiff und segelt hinüber zu der
von Pedrillo bezeichneten Küste, entschlossen, die Entführten ein weiteres Mal
zu entführen..........................................
Handlung: 1. Akt:
Platz vor dem Palast des Bassa Selim. Beklommen und hoffnungsvoll nähert
Belmonte sich den Mauern, hinter denen er seine Geliebte weiß. Er trifft auf
Osmin, den Palastaufseher, der über die Freuden der Liebe und deren Gefährdung
durch Nebenbuhler philosophiert. Belmontes Wissbegier und zumal die Frage nach
Pedrillo steigern seine mürrische Abwehr zu einer Feindseligkeit, vor der
Belmonte vorerst drei Rückzug antreten muß. Pedrillo hat sich zwar das
Wohlwollen des Bassa erworben, dem notorisch misstrauischen Aufseher Osmin aber
ist er ein Dorn im Auge. Und so macht er vor Pedrillo aus seinem Herzen auch
keine Mördergrube: Er sähe ihn lieber heute als morgen tot, und er hat sich
bereits die blutigsten Hinrichtungsmethoden ausgedacht.
Herr und Diener treffen aufeinander. So kurz vor dem Ziel, erfährt Belmonte aus
dem Munde Pedrillos Beunruhigendes: Bassa Selim hat Konstanze vor allen anderen
Frauen des Serails zu seiner Favoritin erkoren. Pedrillos Beteuerungen, sie
hätte ihrem Verlobten dennoch die Treue bewahrt, sind wenig geeignet, Belmonte
zu beschwichtigen. Als sich die Gelegenheit einstellt, Konstanze wiederzusehen,
kann Belmonte seine Sehnsucht, aber auch seine Furcht kaum noch meistern. Aus
einem Versteck beobachtet er, wie Bassa Selim und Konstanze von einer Lustfahrt
auf dem Meer zurückkehren, und vom Chor der Janitscharen begrüßt werden.
Konstanze ist bedrückt. Selims liebevolle Aufmerksamkeiten haben sie nicht
aufheitern können. Vergeblich wirbt er um ihr Herz. Sie aber gesteht ihm, dass
sie ihre Liebe unverbrüchlich einem anderen geschenkt hat. Doch so viel
Standhaftigkeit kann die Bezauberung des staunenden Selim nur erhöhen. Er will
jedoch ihre Liebe nicht mit Gewalt erzwingen, sondern freiwillig zu verdanken
haben, und so gönnt er ihr noch einen Tag Aufschub.
Trotz des unpassenden Augenblicks hat Pedrillo Glück mit seinem Versuch,
Belmonte als "Baumeister" vorzustellen. Der arglose Bassa nimmt ihn
sofort in seine Dienste. Mit hartnäckigem Argwohn will Osmin den
frischgebackenen "Baumeister" und Pedrillo am Betreten des Palastes
hindern, wird aber schließlich von den beiden übertölpelt.
2. Akt:
Garten am Palast des Bassa Selim. Der liebeslüsterne Osmin, dem der Bassa
dir Blonde zum Geschenk gemacht hatte, holt sich von ihr einen Korb nach dem
anderen. Sie rückt ihrem verdrossenen Aufpasser den Kopf zurecht. Mit Drohungen
will Osmin ihr das europäische Selbstbewusstsein und den Umgang mit Pedrillo
austreiben. Für fremde Länder, die den weiblichen Ungehorsam dulden, hat der
Muselmane kein Verständnis. Als sie ihm die Augen auskratzen will, verläßt er
fluchtartig den Ort.
Konstanze kommt in den Garten und
klagt ihr Leid. Die Zofe spricht ihrer Herrin Mut zu. Bassa Selim aber drängt
auf eine Entscheidung. Plötzlich ist Konstanze von unerwarteter Tapferkeit
beseelt. Zum Tode bereit, lässt sie sich auch durch die Androhung von Gewalt
nicht schrecken.
Endlich findet Pedrillo Gelegenheit, sein überraschtes Blondchen in die
jüngsten Neuigkeiten und in Belmontes Fluchtpläne einzuweihen. Sie jubelt: Die
Rettung ist nah, und endlich weiß sie auch ein Mittel, ihrer trauernden Herrin
neuen Lebensmut einzuflößen.
Pedrillo singt sich Mut an für ein Unternehmen, bei dem ihm nicht ganz geheuer
ist. Die erste Schwierigkeit ist, den stets argwöhnischen Osmin außer Gefecht
zu setzen. Pedrillo versucht, die Bedenken des Aufpassers, ein Schluck
Zypernwein (in den er ein Schlafmittel getan hat) verstieße gegen die Gebote
des Propheten Mohammed, zu zerstreuen. Dann geht in die Falle. Einmütig stimmt
er mit dem sonst so verhassten Pedrillo ein Preislied auf Bacchus und die Frauen
an. Bald erliegt der Palastaufseher der doppelten Wirkung des Weines und des
Schlafmittels, und Pedrillo bringt ihn ins Haus.
Nach langer Trennung sinken sich Belmonte und Konstanze in die Arme. Belmonte
sinnt über die Freuden der Liebe nach, die für ihn keine
Selbstverständlichkeit sind, sondern durch den Trennungsschmerz teuer erkauft
wurden. Pedrillo erinnert Blondchen noch einmal an den Zeitpunkt der Flucht:
Schlag zwölf Uhr Mitternacht. Bei aller Freude können die Männer aber nicht
den Argwohn unterdrücken, ob die Geliebten ihnen treu geblieben sind. Die
Antworten fallen bei aller Unterschiedlichkeit beschämend genug für die
Zweifelnden aus. Neue Liebesgewissheit überstrahlt die Angst vor dem
bevorstehenden Abenteuer.
3. Akt:
Platz vor dem Palast des Bassa Selim. Auf dem Platz vor des Bassas Palast
erwarten Belmonte und Pedrillo mit Unruhe den Moment der Entführung. Während
Pedrillo noch einmal alles absichern geht, gibt sich Belmonte Gedanken über die
Macht der Liebe hin. Endlich ist die Stunde der Entführung gekommen. Pedrillo
gibt den wartenden Frauen das verabredete Zeichen: Er singt eine maurische
Romanze, dir beziehungsvoll von einer Entführung erzählt. Doch der zu früh
aus seinem Rausch erwachte Osmin bemerkt den Fluchrversuch und schlägt Alarm.
Die Fliehenden werden eingefangen, und Osmin malt sich in genüsslicher
Vorfreude die grässlichen Strafen aus, die seine Erzfeinde zu erwarten haben.
Zimmer des Bassa Selim. Im Palast setzt Oamin den Bassa über den unerhörten
Verrat ins Bild, den er gerade noch aufdecken konnte. Fassungslos sieht Selim
sein Vertrauen missbraucht. Die Lage der Gefangenen verschlechtert sich zur
Aussichtslosigkeit, als Belmonte in falscher Hoffnung ein Lösegeld anbietet und
seine Identität zu erkennen gibt. Sein Vater Lostados, der Kommandant von Oran,
ist Selims Todfeind. Die Stunde einer längst fälligen Vergeltung scheint
gekommen. In ihr Schicksal ergeben, empfinden Belmonte und Konstanze den
gemeinsamen Tod jetzt als höchstes Glück. Bassa Selim, der Renegat, dessen
Lebensglück einst durch Lostados zerstört wurde, verzichtet jedoch auf Rache;
er will nicht das Unrecht seines Feindes mit einem weiteren Unrecht beantworten.
Ungeachtet der Proteste des blutrünstigen Osmin gewährt er beiden Paaren
freies Geleit und nimmt mit Großmut den Dank der unverhofft Begnadigten
entgegen. Die reihum gehende Huldigung ist durch den ohnmächtigen Wutausbruch
Osmins nicht mehr zu trüben. Belmonte und Konstanze, Pedrillo und Blonde reisen
wieder in die Heimat. Von Janitscharenmusik umgeben, bleibt Bassa Selim in
seinem Palast zurück.
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Und hier für die "Eiligen" eine
Kurzbeschreibung
Die Entführung aus dem Serrail - Wolfgang Amadeus Mozart
Singspiel in 3 Akten
Schauplatz: Türkisches Landgut, Mitte des 16.
Jahrhunderts
Inhalt:
Die Braut des Spaniers Belmonte,
Konstanze,
ihre Zofe Blondchen und der Diener Pedrillo sind von dem türkischen Fürst Bassa Selim
verschleppt worden. Sie werden in dessen Landgut festgehalten. Belmonte entdeckt dort
seine Braut und will sie befreien.
Als Baumeister getarnt verschafft er sich Zugang zum Haus.
Konstanze wird von Bassa Selim umworben; auf die Zofe Blondchen hat der Palastaufseher
Osmin ein Auge geworfen. Unterdessen haben Belmonte und Pedrillo einen Fluchtplan
ausgeheckt. Mit einer Flasche Wein macht der clevere Diener den Aufseher Osmin
unschädlich. Während der Wächter seinen Rausch ausschläft, sind die Liebenden endlich
zusammen. Um Mitternacht wollen sie fliehen; sie werden jedoch von der Palastwache
aufgegriffen. Selim erkennt in Belmonte den Sohn seines ärgsten Feindes, ihn rühren
jedoch die aufrichtigen Gefühle der Liebenden. Er schenkt ihnen Leben und Freiheit.
Die schönsten Arien:
Hier soll ich dich denn sehen
Ach, ich liebte, war so glücklich
Martern aller Arten
Welche Wonne, welche Lust
Ha, wie will ich triumphieren
Traurigkeit ward mir zum Lose
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